Unter einer Hyperoxalurie (Oxalose) versteht man einen erhöhten Gehalt an Oxalsäure im Urin. Die Ursachen für eine Hyperoxalurie können genetisch bedingt sein, eine Darmerkrankung oder aus dem Verzehr von hohen Mengen an oxalsäurereichen Nahrungsmitteln resultieren.

Man unterscheidet verschiedene Typen einer Hyperoxalurie :

  • Primäre Hyperoxalurie: Hierbei handelt es sich um eine angeborene Stoffwechselstörung. Es kommt frühzeitig zu einer gesteigerten endogenen Produktion von Oxalat im Körper und damit zu einer erhöhte Oxalatausscheidung über den Urin. Das Überangebot an Oxalaten kann Verbindungen mit bestimmten Mineralstoffen wie Calcium eingehen und Nierensteine und -kristalle ausbilden, welche die Nieren schädigen und schlussendlich in einem Nierenversagen resultieren.
  • Oxalose: Oxalose ist eine primäre Form der Hyperoxalurie, bei der der Körper die gebildeten großen Mengen an Oxalat nicht mehr eliminieren kann, es kommt zu Nierenversagen und Anreicherung von Oxalat im Körper. Die Oxalat-Akkumulation beginnt im Blut, danach erfolgt sie in den Augen, Knochen, Haut, Muskeln, Blutgefäßen, im Herzen und anderen Organen.
  • Sekundäre Hyperoxalurie: Eine sekundäre Hyperoxalurie findet sich häufig bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Chron oder Kurzdarmsyndromen. Es kommt zur übermäßigen Absorption von Nahrungsoxalat, welches später über die Nieren mit dem Harn ausgeschieden werden muss. Daher muss bei dieser Erkrankung auf den Verzehr von oxalatreichen Lebensmitteln verzichtet werden.
  • Hyperoxalurie durch den Verzehr hoher Mengen oxalsäurereicher Lebensmittel.

Aufnahme großer Mengen an oxalsäurereichen Lebensmitteln (Spinat, Rhabarber, …) kann das Risiko an Hyperoxalurie oder Nierensteinen erhöhen. Häufig ist das erste Anzeichen für eine Hyperoxalurie ein Nierenstein, durch den es zu folgenden Symptomen kommen kann:

  • heftige oder plötzlich auftretende Rückenschmerzen
  • Blut im Urin
  • Starker Harndrang
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Erkältungen oder Fieber

Diagnose:

  • Urintest
  • Bluttest
  • Nieren-Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT)

Zur Bestätigung der Diagnose werden anschließend weitere Tests durchgeführt:

  • DNA-Test (bei Primärer Hyperoxalurie)
  • Nieren-Biopsie
  • Echokardiogramm (Herzultraschall)
  • Augenkontrolle auf Oxalatablagerungen
  • Knochenmark-Biopsie
  • Leber-Biopsie

Therapie:

Die Therapieform richtet sich nach dem Typ der Hyperoxalurie sowie der Symptomatik und dem Schweregrad der Erkrankung.

  • Medikamente (z.B.Vitamin-B6- Präparate)
  • Verstärkte Flüssigkeitszufuhr
  • Ernährungsumstellung (oxalatreiche Speisen vermeiden, Reduktion von Salz, Zucker und
  • tierischem Protein)
  • Dialyse
  • Nierentransplantation (bei primärer Hyperoxalurie)

Kleine Nierensteine, die keine Beschwerden verursachen, müssen häufig nicht entfernt werden. Größere Steine, welche zu massiven Schmerzen führen, müssen entfernt oder zertrümmert werden, damit sie mit dem Urin ausgeschieden werden können.

Hyperoxalurie
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