Urologiezentrum Wien – Univ. Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat

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Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Unter Inkontinenz (Blasenschwäche) versteht man den unwillkürlichen Harnverlust.

Es gibt verschiedene Formen der Harninkontinenz. Bei der Belastungsinkontinenz, früher als Stressinkontinenz bezeichnet, kommt es zum ungewollten Harnabgang in Alltagssituationen . Die Ursache ist meist eine Schwächung des Blasenschließmuskels und hat mit psychologischen Ursachen nichts zu tun.

Zum Harnverlust kommt es dabei beispielsweise beim

  • Gähnen
  • Niesen
  • Lachen
  • Aussteigen aus dem Auto
  • Hochheben von etwas Schweren
  • Sex

Belastungsinkontinenz kann sich auf die Alltagsaktivitäten, die Arbeit/Beruf, Hobbys sowie soziale Kontakte erschwerend auswirken. Daher sollten Sie nicht zögern, diese Probleme beim Arzt anzusprechen!

Risikofaktoren:

  • Übergewicht
  • Alter: Stressinkontinenz kann im Prinzip in jeder Altersstufe auftreten, die Anfälligkeit dafür steigt aber auch mit körperlichen Veränderungen im Zuge des Alterungsprozesses
  • Frauen, die ihr Kind natürlich gebären
  • Übergewicht
  • Frühere Beckenoperationen

Diagnose:

  • Urintest
  • Krankengeschichte
  • Ärztliche Untersuchung insbesondere vom Bauchraum und den Genitalien
  • Kurze neurologische Untersuchung um nervale Störungen im Beckenbereich ausschließen zu können
  • Urin-Belastungstest: Beim bspw. Heben einer schweren Last wird die verlorene Urinmenge durch den Urologen gemessen.

Zur Untersuchung der Harnblase gibt es folgende Blasenfunktionstests:

  • Feststellung der Restharnmenge in der Harnblase nach dem Urinieren. Dies erfolgt mittels eines dünnen Katheters oder einer Ultraschallaufnahme.
  • Blasendruckmessung (Zystometrie)
  • Video-Urodynamik: Funktionsmessung der Blase während der Füll- und Entleerungsphase mit Hilfe von Röntgenstrahlen nach Einnahme eines Kontrastmittels.
  • Zystoskopie (Blasenspiegelung): Das Zystoskop (ein optisches Untersuchungselement) wird durch die Harnröhre bis in die Blase geführt, wodurch dem Urologen ein direktes Betrachten von Harnröhre und Harnblase ermöglicht wird.

Therapie:

  • Training der Beckenbodenmuskulatur
  • Änderung des Lebensstils (Übergewicht abbauen, mit dem Rauchen aufhören,…)
  • Blasentraining
  • Vaginal Pessare
  • Harnröhreneinsätze, ähnlich einem Tampon, die bei Belastungen als Barriere den Ausfluss verhindern sollen. Dabei handelt es sich um Einwegartikel, die nur über einen kurzen Zeitraum getragen werden sollen- z.B. beim Tennis spielen.

Operative Methoden:

  • Injektion eines hoch viskösen Gels, das die Harnröhre verengt- erfordert mehrere Sitzungen und ist jedoch keine Dauerlösung
  • Retropubische Kolposuspension: operative Anhebung der Vagina, Harnröhre und Harnblase mittels Fäden vor der Blase und hinter dem Schambein.
  • Anhebung der Harnröhre und Stütze mittels einer Schlinge
  • Aufblasbarer künstlicher Schließmuskel