Bei Blasenkrebs handelt es sich um eine Krebsform, die in der Harnblase entsteht, und durch ein abnormales unkontrolliertes Wachstum der Schleimhautzellen (Urothelzellen) in der Blase, hervorgerufen wird.
Neben der Blase kann diese Krebsform jedoch auch in anderen Teilen des Harntraktsystems auftreten.
Die Erkrankung betrifft Männer häufiger als Frauen und tritt bei Menschen mittleren und höheren Alters verstärkt auf.

Es gibt verschiedene Arten von Blasenkrebs, von welchen das Urothelkarzinom die häufigste Form von Blasenkrebs in Österreich ist. Andere Blasenkrebsformen kommen in Österreich sehr selten vor.

In einem frühen Stadium diagnostiziert ist Blasenkrebs sehr gut behandelbar, dennoch muss beachtet werden, dass nach erfolgreicher Therapie, der Blasenkrebs wieder auftreten kann- daher sind für Betroffene regelmäßige ärztliche Kontrollbesuche in den Folgejahren unverzichtbar.

Zu den Risikofaktoren zählen das Rauchen, fortgeschrittenes Alter, der Kontakt mit bestimmten Chemikalien, frühere Krebstherapien und Krebserkrankungen bzw. Blasenkrebserkrankungen in der näheren Verwandtschaft, Einnahme bestimmter Diabetes-Medikamente, chronische Blasenentzündung oder wiederkehrende Harnwegsinfekte.

Symptome:

• Blut im Urin (Hämaturie): Der Urin ist leuchtend rot oder bräunlich verfärbt.
• Rückenschmerzen
• Schmerzen im Beckenbereich

Diagnose:

  • Zystoskopie: Hierbei wird ein schmaler Schlauch, der mit einer Kamera ausgestattet ist, in die
    Harnröhre eingeführt. Dies ermöglicht die Untersuchung des Inneren der Harnröhre und Harnblase.
  • Biopsie: Bei der Biopsie (auch als transurethrale Resektion von Blasengewebe (TURB) bezeichnet) wird
    eine Zellprobe aus der Harnblase entnommen. Eine TURB erfolgt unter Vollnarkose.
  • Urinzytologie: Untersuchung des Urins unter dem Mikroskop auf Krebszellen.
  • Röntgentest: Dadurch lässt sich die Beschaffenheit der Harnwege untersuchen. Eine Variante hierfür ist
    die sogenannte Intravenöse Pyelographie (IVP), bei welcher kurz vor der Untersuchung ein
    Kontrastmittel gespritzt wird.
  • Computertomographie (CT)

Therapie:
Die Therapie des Blasenkrebs ist abhängig von der Art und dem Stadium des Krebses sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.

Behandlung im Frühstadium/ Stadium 1:

  • Chirurgische Entfernung des Tumors und eines kleinen Teils der Harnblase.
  • Immuntherapie: Hierbei wird das körpereigene Immunsystem stimuliert, vorhandene Krebszellen zu
    bekämpfen. Die Verabreichung des Präparates erfolgt durch die Harnröhre in die Blase.

Wenn bereits tiefere Schichten der Blasenwand vom Krebs betroffen sind/ Stadium 2

  • Chirurgische Entfernung der gesamten Harnblase (radikalen Zystektomie), oft mittels
    robotergestützter Chirurgie.
  • Chirurgischer Eingriff zur Gestaltung einer neuen Form der Harnableitung nach einer radikalen
    Zystektomie. Hierbei gibt es mehrere Methoden. So können die Harnleiter über ein röhrenförmiges
    Dünndarmsegment mit der Bauchhaut verbunden werden (Ileumconduit), wodurch der Urin von den
    Nieren über die Harnleiter nach außen ablaufen kann. Dort wird er von einem an der Haut befestigten
    Beutel (Stomabeutel) aufgefangen. Weiteres kann aus Darmteilen ein kleines Urinspeicherorgan
    innerhalb des Bauchraums geformt werden (katheterisierbarer Nabelpouch). Von diesem Reservoir
    kann der Urin mittels Verwendung eines Katheters durch eine kosmetisch nicht störende kleine
    Öffnung am Bauchnabel mehrmals täglich abgeleitet werden. In speziellen Fällen wird zumeist aus
    Dünndarmsegmenten ein der Blase ähnliches Reservoir hergestellt, eine sogenannte Neoblase.
  • Chemotherapie: Beim Blasenkrebs werden die Krebszellen mit Hilfe von zwei oder mehreren
    Medikamenten zum Absterben gebracht. Diese Medikamente werden intravenös (durch eine Armvene)
    oder über den Harnleiter direkt in die Harnblase verabreicht.
  • Strahlentherapie: Einsatz radioaktiver Hochleistungs-Energie-Strahlen, um die Krebszellen zu
    vernichten. Ist im Allgemeinen eine der letzten Optionen in der Blasenkrebstherapie.
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